Liebe Leserin, lieber Leser,
nachfolgend erhalten Sie den aktuellen Newsletter von STARegio - Strukturverbesserung der Ausbildung in ausgewählten Regionen.
Im Newsletter informieren wir Sie über Aktuelles aus dem Programm STARegio. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen über berufsbildungspolitisch relevante Themen sowie aktuelle Veranstaltungshinweise.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!
Ihr STARegio-Team
Inhaltsverzeichnis
- Aktuelles
- Programminformation
- STARegio-Projekte stellen sich vor
- Aus den Ausbildungsstrukturprogrammen - „Unter einem Dach“
- Tipps & Literaturhinweise
- Newsletter bestellen bzw. abbestellen
Aktuelles
In der fünften und letzten STARegio-Förderrunde haben 11 neue Projekte ihre Arbeit aufgenommen, somit wurden aus den insgesamt eingegangenen 399 Anträgen aus allen fünf Förderrunden 85 Projekte bewilligt.
Programminformation
JOBSTARTER: Auftaktkonferenz in Berlin
Über 350 Fachleute diskutierten am 19. und 20. Januar 2006 bei der JOBSTARTER-Auftaktkonferenz in Berlin über das neue Förderprogramm, das gezielt in Problemregionen für neue Ausbildungsplätze sorgen soll.
Eröffnet wurde die zweitägige Veranstaltung durch Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Bei dem Podiumsgespräch diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaft über die Zukunft des Ausbildungspaktes. In fünf parallel laufenden Workshops konnten sich die Teilnehmer anschließend über die in der 1. Förderrichtlinie benannten Handlungsfelder und Förderbausteine informieren. Eine Dokumentation der Veranstaltung wird demnächst auf www.jobstarter.de veröffentlicht.
STARegio-Projekte stellen sich vor
Die Regionale Arbeitsgruppe STARegio der Region Rhein-Ruhr (RASTAR).
Aus den Ausbildungsstrukturprogrammen – „Unter einem Dach“
Regio-Kompetenz-Ausbildung zieht Bilanz
Das Ende 1999 begonnene BMBF-Programm „Regionalberatung zur Sicherung und Weiterentwicklung des Ausbildungsplatzangebotes in den neuen Ländern“ (Regio-Kompetenz-Ausbildung) ist mit Ablauf des Jahres 2005 abgeschlossen und zusammen mit anderen Ausbildungsstrukturprogrammen des BMBF (STARegio, KAUSA, Ausbildungsplatzentwickler, Patenschaften für Ausbildung) in das neue bundesweite Programm JOBSTARTER überführt worden.
Aufbau von Netzwerkstrukturen und Ausbildungsverbünden als Instrument zur Schaffung von Ausbildungsplätzen
Im Mittelpunkt dieses Programms für die neuen Bundesländer und Berlin standen die Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes unter Berücksichtigung einer engeren Verbindung von Qualifizierung und regionaler Wirtschaftsentwicklung sowie die Verbesserung der regionalen Ausbildungsstrukturen.
Regio-Kompetenz-Ausbildung setzte dabei auf den Aufbau von Netzwerken, die regionale und lokale Akteure zusammenführten, um die Potentiale von Regionen und Branchen für die Sicherung und Ausweitung des betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes und damit die Sicherung des künftigen Fachkräftenachwuchses zu erschließen, u.a. durch die Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle der Verbundausbildung. In diesem Kontext sind im Verlauf der Programmarbeit verschiedene Regional-, Branchen- und Themennetzwerke und Kooperationsstrukturen unter Beteiligung von Akteuren aus Betrieben und Unternehmen, Landesregierungen, Kammern, Arbeitsverwaltungen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften entstanden.
Im Jahr 2000 wurden in jedem der neuen Länder und in Berlin sog. Landesstützpunkte als regionale Kompetenzzentren vertraglich in die Programmarbeit eingebunden, die die vielfältigen betrieblichen Ausbildungsplatzinitiativen auf regionaler Ebene koordiniert und unterstützt haben.
Auf diese Weise ist ein Netz von rund 60 vertraglich gebundenen Kooperationspartnern in allen Regionen der neuen Länder aufgebaut worden, die eine Vielzahl von Kooperationen zur Verbesserung der Ausbildungsstrukturen und zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze, z.B. durch Ausbildungsverbünde, initiiert haben. Die Landesstützpunkte haben dabei durch Anleitung, Koordinierung und Steuerung der lokalen und regionalen Netzwerkpartner für eine wirksame und abgestimmte Vorgehensweise bei der Bildung von Netzwerken und Verbünden sowie eine kontinuierliche Anpassung an sich verändernde lokale und regionale Bedingungen gesorgt und den Informationsfluss über die vor Ort laufenden Netzwerkaktivitäten organisiert und koordiniert.
Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten standen vor allem
- die Initiierung von innovativen Modellen der Verbundausbildung, insbesondere in neuen Ausbildungsberufen,
- die gezielte Ansprache von Unternehmen und Betrieben sowie Informations- und Beratungsangebote über neue bzw. modernisierte Ausbildungsberufe,
- Informations- und Beratungsangebote zur Berufsfrühorientierung, Berufsinformation und Berufsvorbereitung der Jugendlichen,
- die Unterstützung der Betriebe im Rahmen der Ausbildungskooperation,
- Verbesserungen bei der Erfassung der Qualifikationen und Potenziale der Zielgruppen, z.B. durch Assessment-Maßnahmen und Bewerber-Checks
- regionale Potenzialanalysen.
Parallel zum Aufbau einer regionalen Netzwerkstruktur wurde eine - auch über Ländergrenzen hinweg reichende - branchenbezogene Netzwerkstruktur etabliert, um zusätzliche Ausbildungspotenziale in Wirtschaftsbereichen zu erschließen, in denen bisher nur unterdurchschnittlich ausgebildet wurde.
Beispiele hierfür sind das IT-Bildungsnetzwerk Neue Länder, das aus 21 Partnern in allen neuen Ländern bestehende Mechatroniker-Netzwerk, die Kooperationsstrukturen in den Bereichen Hochtechnologie, Freizeitwirtschaft/Sport/Tourismus sowie die neuen Ausbildungsberufe Fachkraft für Schutz und Sicherheit und Kaufmann /-frau für Tourismus und Freizeit.
Darüber hinaus haben sich seit 2003 in dem Netzwerk „Chance Grenzregion“ Institutionen und Einrichtungen zusammengeschlossen, die bereits Partner in den Regional- und Branchennetzwerken von Regio-Kompetenz-Ausbildung waren und darüber hinaus über zahlreiche Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Arbeit verfügen. Alle haben Partner in den Nachbarstaaten Polen und Tschechien und sind mit anderen Einrichtungen und Institutionen in ihren Ländern oder durch ihre Arbeitsstrukturen vernetzt.
Verbundausbildung
Durch die Initiierung und Begleitung von Ausbildungsverbünden im Rahmen der Programmarbeit von Regio-Kompetenz-Ausbildung konnten viele Betriebe ohne bisherige Ausbildungstradition und -kultur erstmals für eine Ausbildung gewonnen werden.
So engagierten sich im Jahre 2005 von den rund 60 Netzwerkpartnern 44 Institutionen in Ausbildungsverbünden bzw. Ausbildungsnetzwerken. Sie initiierten und begleiteten Modelle der Verbundausbildung in verschiedenen Berufen, Berufsgruppen bzw. Branchen und stellten ein externes Ausbildungsmanagement, insbesondere für KMU, bereit. Insgesamt existierten Ende 2005 im Kontext von Regio-Kompetenz-Ausbildung rund 380 Ausbildungsverbünde in 139 Berufen mit insgesamt rund 14.800 Ausbildungsplätzen.
Informationsangebote
Die Ergebnisse aller Aktivitäten von Regio-Kompetenz-Ausbildung sind kontinuierlich aufbereitet und dokumentiert worden. Dazu gehören z.B. Sonderausgaben des Informationsdienstes KOMPETENZ, die Darstellung der Netzwerkarbeiten im Internet, auf CD-ROMs und in Form von Handreichungen, Publikationen über die Ergebnisse des jährlichen Wettbewerbs „Regionale Kooperation für Ausbildungsplätze“ sowie über ausgewählte Veranstaltungen und Workshops. Eine ausführliche Bilanz der Arbeiten und Ergebnisse der Netzwerkpartner von Regio-Kompetenz-Ausbildung findet sich in einer Publikationsreihe für alle neuen Länder und Berlin mit ausführlichen Beispielen für erfolgreiche Ausbildungsinitiativen.
Die unter www.regiokom.de aufgebaute Informations- und Kommunikationsplattform bietet den lokalen und regionalen Kooperationspartnern sowie allen anderen Akteuren eine Vielzahl von Informationen und Good Practice-Beispielen zum Programm und nennt Ansprechpartner bzw. mögliche Kooperationspartner in Fragen der Ausbildung vor Ort.
Die im Rahmen dieses Programms gewonnenen Erfahrungen, insbesondere in den Bereichen Ausbildungsnetzwerke und Ausbildungsverbünde, externes Ausbildungsmanagement, Unterstützung der Wirtschaft in Fragen der Ausbildung und bei der Einführung neuer Ausbildungsberufe zur Erhöhung des betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes sowie zur Verbesserung der regionalen Ausbildungsstrukturen können im Rahmen des neuen bundesweiten Ausbildungsprogramms JOBSTARTER genutzt und weiterentwickelt werden.
KAUSA: Informationen aus einer Hand bieten IHK-Beauftragte für Unternehmer ausländischer Herkunft
Beratungsangebote deutscher Institutionen und Wirtschaftseinrichtungen werden von Unternehmerinnen und Unternehmern ausländischer Herkunft selten in Anspruch genommen - das zu ändern, haben sich Industrie- und Handelskammern vorgenommen und Beauftragte für Betriebsinhaber mit Migrationshintergrund benannt.
Wenn es darum geht, sich zu informieren - sei es über steuerrechtliche Regelungen, über Zollbestimmungen oder über Rahmenbedingungen betrieblicher Ausbildung - greifen Unternehmer ausländischer Herkunft gerne auf informelle Quellen zurück. Sie ziehen ihre Kollegen und Bekannten zu Rate und lassen oft die Beratungsangebote der Institutionen unberücksichtigt.
Diese Zurückhaltung gegenüber den Institutionen begründen Vertreter deutsch-ausländischer Unternehmerverbände damit, dass Unternehmer ausländischer Herkunft sich nicht angesprochen fühlen. Außerdem hätten sie aus ihren Heimatländern ein Misstrauen Behörden gegenüber mitgebracht oder dieses in Deutschland bekommen. Beratungsdienste und Serviceleistungen, die speziell für sie gedacht sind, werden aber gut angenommen. Dabei entscheidend ist, dass die Anbieter auf die sprachlichen und kulturellen Feinheiten Rücksicht nehmen.
Damit Hürden der Kommunikation abgebaut und die Beratungsangebote verstärkt nachgefragt werden, gibt es nun bei den Industrie- und Handelskammern direkte Ansprechpartner für Unternehmer ausländischer Herkunft. Sie werden IHK-Beauftragte genannt, 50 Kammern haben diese Position geschafffen.
Die Beauftragten sind Erst-Ansprechpartner, die je nach Anfrage entweder selbst tätig werden oder an die entsprechenden Stellen im Haus weitervermitteln. Bei den meisten Kammern sind die Beauftragten im Bereich „Berufliche Ausbildung“ angesiedelt.
Die Koordinierungsstelle KAUSA, die mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative angestoßen hat, stellte den Beauftragten im ersten Schritt ein Paket mit Informationen über Unternehmer mit Migrationshintergrund zur Verfügung. Darauf folgten zwei Informationsveranstaltungen, die in Köln und in Frankfurt/Main stattfanden. Dabei ging es um Erfahrungsaustausch und Wissensvermittlung. Aufgrund der positiven Resonanz soll die Initiative weiterentwickelt und ausgebaut werden. Eine Liste mit Namen und Sitz der IHK-Beauftragten ist auf den Internetseiten von KAUSA unter www.kausa.de zu finden.
Patenschaftsstelle für Ausbildung: Eine Stiftung gründen – berufliche Ausbildung gestalten
Das Thema „Stiftungen“ ist in aller Munde. Wenig bekannt ist dagegen, dass die berufliche Ausbildung auch ein interessantes Beschäftigungsfeld für Stiftungen sein kann. Die Broschüre „Eine Stiftung gründen - berufliche Ausbildung gestalten“ informiert auf einen Blick über die Vorteile der Stiftung sowie die rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Stiftungsgründung. Wie Stiftungsarbeit im Bereich der beruflichen Bildung aussehen kann, illustrieren Beispiele und Interviews mit Förderern und Geförderten.
Broschüre, DIN A4, 16 Seiten
Zu beziehen über
JOBSTARTER beim
Bundesinstitut für Berufsbildung
Postfach 20 12 64
53142 Bonn
Tipps & Literaturhinweise
Tipps
Ausbildungsreife – Ergebnisse des BIBB Expertenmonitors
„Mangelnde Ausbildungsreife“ – dies ist ein Vorwurf, den Jugendliche heute öfter zu hören bekommen. Die Ansichten sind aber gespalten: Während die einen in der fehlenden Reife die Hauptursache für die Lehrstellenmisere sehen, halten andere dieses Argument für einen Taschenspielertrick, um vom gegenwärtigen Lehrstellendefizit abzulenken.
Berufsorientierung und Berufsberatung
Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung beschließt Empfehlungen
Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2005 Empfehlungen zur Berufsorientierung und Berufsberatung verabschiedet, die die „Empfehlungen über vorberufliche Bildung und Beratungsdienste“ des Bundesausschusses für Berufsbildung vom 26. Januar 1972 ersetzen.
Literaturhinweise
In einer neu gestalteten Broschüre stellt die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf zwölf Unternehmen als „Best-practice-Beispiele“ für Verbundausbildung aus dem Kreis Warendorf vor.
Kurzstudie: Erprobung arbeitsmarktpolitischer Instrumente zur Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit. Umsetzung von Hartz IV - Wo bleiben die Jugendlichen? –
Dokumentation der ersten Erfahrungen mit EQJ-Maßnahmen in der Wirtschafts- und Arbeitsregion "Westfälisches Ruhrgebiet".
Die Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB) weist unter der neuen Rubrik „aktuell & lesenswert“ zukünftig auf besonders interessante Publikationen hin.
Die LDBB bezieht sich auf relevante Fachliteratur zum Themenbereich Berufsbildung und Berufsbildungsforschung ab dem Erscheinungsjahr 1988 und ermöglicht damit einen umfassenden, strukturierten Überblick über den Wissensbestand.
Veröffentlichung der Landesberatungsgesellschaft G.I.B. NRW zum Thema Übergangsmanagement Schule/Beruf, die einen systematischen Überblick über Förderstrukturen und -programme gibt.
„Informationen" der Landesberatungsgesellschaft G.I.B.; Schwerpunktthema: Schule - Ausbildung - Beruf.
Heft 4/2005
Redaktionsanschrift und Bezugsadresse:
G.I.B. Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH,
Im Blankenfeld 4, 46238 Bottrop
Tel. 02041/7670; Fax. 02041 / 767299
E-Mail: mail@gib.nrw.de; www.gib.nrw.de
Bellaire, Edith; Brandes, Harald; Friedrich, Michael; Menk, Angela (2006): Zweijährige Ausbildungsgänge – eine Chance für Jugendliche mit schlechten Startchancen? Betriebsbefragung zu neuen Berufen. Bielefeld
Grünhage-Monetti, Matilde (Hrsg.) (2006): Interkulturelle Kompetenz in der Zuwanderungsgesellschaft. Fortbildungskonzepte für kommunale Verwaltungen und Migrantenorganisationen. Bielefeld
W. Bertelsmann Verlag
Informationen über Fortbildungskonzepte für Verwaltungsmitarbeiter/innen und Mitglieder von Migrantenorganisationen werden in den Rahmen der Interkulturalitätsdebatte eingeordnet. Darüber hinaus werden Materialien zur Gestaltung interkultureller Bildungsangebote auf einer CD-Rom zur Verfügung gestellt.
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Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 1.1. / STARegio - Strukturverbesserung der Ausbildung in ausgewählten Regionen
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn